Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden

„angeeckt! Schülerperspektiven auf die Dresdner Stasi-Haft.“

Wie erschließen sich Schüler einen Ort, der Synonym für das Unrecht des SED-Staates als einzige noch erhaltene Untersuchungshaftanstalt des MfS in Sachsen besteht? Das Vorgehen kann klar umrissen werden:

(1) Im ersten Schritt werden die Peer-Teamer in mehreren außerschulischen Workshops sowohl historisch-museal als auch medial-methodisch für ihre Teamer-Tätigkeit ausgebildet. Hierbei legen sie die Grundlagen für ihr Museums-Porträt.

(2) Im nächsten Schritt erkunden die teilnehmenden Jugendlichen in Begleitung des jeweiligen Peer-Teamers in Kleingruppen das Hafthaus selbstständig. Sie erhalten ein Erkundungspapier und ein Lageplan vom Hafthaus und lösen darauf formulierte Fragen mittels der Informationsaushänge im Haus. Anschließend werden diese im Plenum unter der Moderation des Peer-Teamers ausgewertet, wodurch eine erste selbstständige und dialogförmige Auseinandersetzung mit dem Thema stattfindet. (3) Abschließend erarbeiten die teilnehmenden Jugendlichen zusammen mit den Peer-Teamern das Museums-Porträt. Zur Auswahl stellen wir Foto-Ausstellungen sowie die Erstellung von Podcasts. Für weitere Ideen und Neigungen der Peer-Teamer und Jugendlichen sind wir offen, bspw. verschiedene Formen der künstlerisch-kreativen Gestaltung, Dokumentarfilm, Erstellung eines Blogs, Flyergestaltung/Layout usw. Der Umgang mit den Neuen Medien erlaubt es den Jugendlichen und uns, die unterschiedlichen Museums-Porträts über das Internet zu verbreiten bzw. eine langfristige Verwendung zu gewährleisten.

Was nützt Schülern eine Auseinandersetzung mit diesem Thema? Es ist nicht Ziel des Projektes, dass „Hobby-Historiker“ oder „MfS-Experten“ ausgebildet werden. Stattdessen geht es darum, auf der Bezugsgruppenebene zu erarbeiten, was die elementaren Unterscheidungslinien zwischen Demokratie und Diktatur, Freiheit und Unfreiheit, Recht und Unrecht, Würde und Entwürdigung sowie Freundschaft und Verrat sind.

Titel: „angeeckt! Schülerperspektiven auf die Dresdner Stasi-Haft.“

Bündnispartner: ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V. und 121. Oberschule Johann Georg Palitzsch

Wo? Dresden, Sachsen

Zielgruppe: Jugendliche aus Dresden

Weitere Informationen und Kontakt:

Gedenkstätte Bautzner Straße, www.bautzner-strasse-dresden.de

„Von uns - für uns!“-Projekt aus Dresden gewinnt Preis des Sächsischen Kulturministeriums

 

 

Am 28. November 2014 überreichte Staatsministerin Brunhild Kurth eine Prämie von 1.000 Euro an Herrn Heiko Neumann der Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden für das „Von uns-Für uns!“-Projekt „angeeckt! Schülerperspektiven auf die Dresdner Stasi-Haft.“. Der Preis für Schülerprojekte wurde vom Sächsischen Kultusministerium anlässlich des 25. Jahrestags der Friedlichen Revolution ausgelobt.

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“Dennoch hat die Projektleitung eine unglaubliche Dankbarkeit von den Teilnehmenden und ihren Familien erreicht: Dass das Wenige hat überhaupt stattfinden dürfen, der "Hunger nach Kultur", die Lust auf Kreativität und Gemeinschaft war bei allen deutlich spürbar.” 

Foto: 10+1 Lebensgeschichten im Stadtraum, Silja - vom Hermannplatz zur Hasenheide, Partizipativer Audiowalk von Lotti Seebeck und Silja Korn

“Ziel ist es mit dem Projekt eine Sammlungsstrategie für junge Lebenserzählungen unter Mitwirkung junger Menschen für das Museum zu entwickeln und zukünftig fortzuschreiben. Die jungen Menschen werden dadurch zu zentralen Mitgestalter*innen des Museums, die die Repräsentation ihrer Perspektiven selbst bestimmen.”

Foto: Ras Adauto

“Die Bündnispartner haben beobachtet, wie positiv sich das Herstellen textiler Kunstwerke auf Kinder und Jugendliche auswirkt. Sie lieben es, Stoffe verarbeiten zu können. Diese Kunstform spricht das Publikum mittels besonderer ästhetischer Wirkung an.”